Auszüge
aus unserem Briefkasten
29.01.2012
Hallo,
nun muss ich doch nach fast 9 Jahren mal ein Lebenszeichen von mir geben. Damals
am 5. April 2003 haben mich nämlich Frau Tetem und ihre Kollegin nach Berlin
„verschleppt“. Ich sollte ein Großstädter werden. Puh,
ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend das damals für mich war. Meine neuen
Leute hatten zwar viel über Hunde gelesen, die Hundeanfänger habe
ich aber gleich erkannt?. Die Kinder fand ich super, die konnte man so schön
über die Wiese ziehen. Nach drei aufregenden, ersten Wochen wurde ich zwangsweise
eingeschult. Hundeschule – hatte ich so gar keine Lust drauf. Der Trainer
hat das dann nach 2 Monaten auch eingesehen und war der Meinung – mit
diesem Hund hätte es keinen Sinn. So`n Blödlack! Also zweite Hundeschule
– gleiches Spiel. Könnt ihr euch die Verzweiflung bei meinen neuen
Leuten vorstellen? Die hatten mich doch schon so lieb gewonnen, in Berlin muss
man sich aber doch zu benehmen wissen, da ist eben alles etwas enger.
Na gut, dann eben mal schnell ein Haus gebaut und in eine schöne, grüne
Gegend von Berlin gezogen. Ich hatte jetzt meinen eigenen Garten und ein großes
Feld gleich nebenan. Da staunt ihr was? Berlin hat sogar Felder?. Aber der Teufel
steckt immer im Detail, auch hier gab es eine Hundeschule ?. Mein kleines, damals
12-jähriges Frauchen, hat diese ein ganzes Jahr mit mir und meinen Leuten
besucht. Wir hatten einen erfahrenen Hundetrainer an unserer Seite und ihr werdet
es nicht glauben – der Superhund, nämlich ich, hat dann sogar einen
Pokal bekommen. Mein Frauchen bekam eine Urkunde, in der stand, dass ich jetzt
ein Begleithund bin. Na, begleitet habe ich meine Leute eigentlich immer und
überall hin.
Am schönsten war es immer im Urlaub am Meer, ist es auch heute noch. Ganz
am Anfang fand ich Wasser ziemlich gefährlich, da bekam mich keiner rein.
Irgendwann war meine Familie aber so gemein und alle vier sind auf den See hinaus
geschwommen und ich stand winselnd am Ufer. Da überwand ich meine Angst,
schwamm zu ihnen und zerkratzte Ihnen ganz fürchterlich den Rücken.
Seit dem Tag bin ich die beste Schwimmerin überhaupt und ich liebe es,
im Wasser zu sein.
Vor 4,5 Jahren fuhren meine Leute auf die Azoren (Portugal). Da sie sich da
Wale anschauen wollten und ich vor den großen Viechern doch ziemliche
Angst habe, beschloss ich, lieber mit Oma und Opa in meinem geliebten Häuschen
zu bleiben. Die beiden sind toll und immer der Meinung, dass die abgewogenen
Fressrationen, die mein Frauchen vorgibt, viiiiiiel zu klein sind. Da gibt`s
dann locker das Doppelte. Der Schock auf beiden Seiten kam nach ihrer Rückkehr.
Ich war fast doppelt so dick – Frauchen hat mich gar nicht erkannt –
und statt mir einen stinkenden Fisch zum darin wälzen mitzubringen, gab
es eine Riesenaufregung um so einen stinkenden Streunerhund. Der sollte doch
tatsächlich in mein sauberes Häuschen mit einziehen. Ich habe ihm
aber gleich meine Meinung gesagt, er hat hier nichts zu suchen! Ich habe kein
Problem damit, jeden Tag im großen Hundeauslaufgebiet oder auf meinem
Feld mit anderen Hunden zu schnuffeln, hier ist aber mein Zuhause. Blöderweise
war meine Familie anderer Meinung, der Neue wurde verhätschelt, bekam viel
mehr Futter als ich (das war aber auch ein Klappergestell) und vertragen sollte
ich mich auch noch mit dem. Hmm, das dauerte dann doch etwas länger und
die Chefin bin ich noch heute. Er hat`s dann auch verstanden. Na und mal ehrlich,
zu zweit ist`s ja eigentlich auch schöner.
Dass ich leider eine mittlere Hüftgelenksdysplasie habe, erfuhren meine
Leute ziemlich frühzeitig. Ich war damals erst vier Jahre alt und humpelte
ab und zu hinten. War natürlich keine schöne Diagnose, als Superschwimmerin
kann man aber so Einiges dagegen machen und so konnten wir lange ohne Medikamente
auskommen. Als ich dann 9 Jahre alt wurde, halfen natürliche Mittelchen
leider auch nicht mehr und Frauchen musste immer öfter zu starken Tabletten
greifen. Das gefiel ihr gar nicht – und jetzt kommt der Knaller –
deshalb bin ich nun ein echtes Goldstück!! Also kein langweiliger Goldi
oder so – ich bleibe das schwarze Zappelchen- aber ich bin jetzt vergoldet
(Goldakupunktur) und brauche nur noch ganz selten mal eine Tablette, z.B. wenn
ich zu viel getobt habe. Im August werde ich nun 10 Jahre alt, fühle mich
noch super, nur die jungen Wilden auf der Hundewiese sind nicht mehr mein Fall.
Die werden dann auch schon mal weggeknurrt. Mein Bällchen schleppe ich
überall mit, auch wenn Frauchen nicht mehr so oft wirft wegen der blöden
Gelenke. Eine graue Schnauze habe ich noch nicht. Wie ihr auf den Fotos bewundern
könnt, sehe ich noch super aus. Manche Menschen schätzen mich erst
auf 3 Jahre!!!! Tja, bei der Figur.
So, nun habe ich euch in Kurzform die vergangenen Jahr geschildert und die Beweisfotos
schicke ich natürlich gleich mit.
Tausend liebe Grüße vom coolen Großstadthund ALINA


